Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) die Bundesregierung zu einer Überprüfung ihrer Reformpläne auf. SoVD-Chefin Michaela Engelmeier mahnt an, dass geplante Kürzungen bei sozialen Leistungen angesichts wachsender Abstiegsängste in der Bevölkerung kritisch hinterfragt werden müssten. Stattdessen solle der Fokus auf der Stärkung der sozialen Sicherheit und der öffentlichen Daseinsvorsorge liegen. Im Gegensatz dazu warnen die Wirtschaftsweisen Martin Werding und Veronika Grimm davor, notwendige Reformen aufgrund des Wahlausgangs auszusetzen. Werding betont die Dringlichkeit der Rentenreform angesichts des demografischen Wandels. Grimm argumentiert, dass die politische Mitte nicht durch das Aufschieben von Reformen gestärkt werde, sondern durch glaubwürdige Problemlösungen. Ein Zögern aus Angst vor Stimmenverlusten könne den Eindruck politischer Handlungsunfähigkeit verstärken und somit den politischen Rändern eher nützen als schaden.
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