An diesem Sonntag steht Bosnien-Herzegowina vor einer neuen Wahl. Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen bleibt das politische Klima des Landes stark von ethnischen Gegensätzen und nationalistischen Diskursen geprägt. Die politischen Akteure konzentrieren sich primär auf die spezifischen Interessen der bosniakischen, serbischen und kroatischen Bevölkerungsgruppen. Infolgedessen rücken drängende Herausforderungen wie die weit verbreitete Korruption, die wirtschaftliche Stagnation, die hohe Abwanderungsrate sowie die ins Stocken geratene Annäherung an die Europäische Union in den Hintergrund. Der Politikwissenschaftler Vedran Dzihic betonte gegenüber dem ORF, dass sachliche politische Debatten derzeit kaum stattfinden, da die ethnische Identitätspolitik das gesamte Geschehen dominiert.
Source : ORF


