Die Vorstellung einer übergeordneten lateinamerikanischen Identität oder eines starken Zusammengehörigkeitsgefühls unter den Bewohnern des Subkontinents ist laut Beobachtungen eher eine Fiktion. Statt einer gemeinsamen kulturellen oder politischen Einheit verbindet die Länder von Mexiko bis Brasilien vielmehr eine tiefgreifende Klassengesellschaft. Diese sozialen Gegensätze sind extrem ausgeprägt und werden zudem durch staatliche Strukturen und Politiken weiter verfestigt. Somit sind es weniger gemeinsame Werte oder eine geteilte Identität, die die Region prägen, sondern vielmehr die weitreichenden sozialen Ungleichheiten, die als verbindendes Element wirken.
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