Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen in Deutschland stehen wegen risikoreicher Finanzgeschäfte in der Kritik. Wie aus einer Regierungsantwort hervorgeht, beziffert das Bundesamt für Soziale Sicherung den potenziellen Schaden für bundesweit agierende Kassen auf rund 1,1 Milliarden Euro. Die Gelder flossen unter anderem in Immobilienfonds und Schuldscheindarlehen, die nun als gefährdet gelten oder Totalverluste drohen. Experten kritisieren, dass diese Investments den strengen Anlagerichtlinien für Sozialversicherungsträger widersprechen. Da die Bundesaufsicht nur einen Teil der Kassen abdeckt, könnte der tatsächliche finanzielle Schaden im gesamten Gesundheitssystem noch höher liegen. Politiker mahnen eine Verbesserung der Kontrollmechanismen an, da die Verluste den ohnehin unter finanziellem Druck stehenden Versicherungen zusätzlich schaden. Die Aufarbeitung der Vorfälle, etwa bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, deutet auf gravierende Mängel bei der Prüfung der Anlagesicherheit hin.
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