Nach einer schweren Energiekrise im Jahr 2008 hat Uruguay sein Stromnetz grundlegend transformiert. Durch massive Investitionen in Windkraft, Wasserkraft und Biomasse deckt das Land seinen Strombedarf heute fast vollständig aus erneuerbaren Quellen. Der ehemalige Energiedirektor Ramón Mendez initiierte diesen Wandel, der durch parteiübergreifenden Konsens und gezielte wirtschaftliche Anreize ermöglicht wurde. Trotz des Erfolgs bei der Stromerzeugung bleibt das Land jedoch von Erdölimporten für den Verkehrssektor abhängig. Zudem profitieren die Privathaushalte bisher kaum von sinkenden Strompreisen, da die Kosten für die Verbraucher weiterhin hoch bleiben. Das uruguayische Modell zeigt jedoch, dass eine systemische Transformation ohne enorme finanzielle Reserven möglich ist, sofern klare rechtliche Rahmenbedingungen und langfristige Planungen für Versorgungssicherheit sorgen.
Source : Tagesschau
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