Vier Jahre nach der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines hat vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg ein Strafprozess begonnen. Angeklagt ist der Ukrainer Serhii K., dem die Bundesanwaltschaft unter anderem die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie Kriegsverbrechen vorwirft. Ermittler gehen davon aus, dass der 50-Jährige eine sechsköpfige Tauchergruppe anführte, die im September 2022 Sprengsätze an den Leitungen in der Ostsee anbrachte. Während der Angeklagte seine Beteiligung bestreitet und sich auf militärische Befehle beruft, stützt sich die Anklage auf Indizien wie Spuren von Sprengstoff auf einer gecharterten Jacht sowie Daten auf seinem Mobiltelefon. Ein zentraler Streitpunkt des Verfahrens ist die rechtliche Einordnung der Pipelines als zivile Infrastruktur versus militärische Ziele. Die ukrainische Regierung weist eine staatliche Verwicklung in den Sabotageakt weiterhin zurück. Das Gericht hat für die Verhandlung zunächst Termine bis ins nächste Jahr angesetzt.
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